Z08 – CO₂ bei Cloud SW
CO₂ bei Cloud SW (z.B. via API / ClimatePartner-Logik)
Automatisierte, softwarebasierte Zertifizierung (häufig genutzt von Treuhändern/Beratern oder für standardisierte KMU-Prozesse). Die Daten werden automatisiert aus ERP- oder Buchhaltungssystemen ausgelesen.
1. Definition von CO₂ bei Cloud-Software
Der CO₂-Fußabdruck von Cloud-Software beschreibt die Treibhausgasemissionen, die durch die Nutzung cloudbasierter Anwendungen und IT-Infrastrukturen entstehen. Obwohl Cloud-Software keine direkten Emissionen verursacht, benötigt sie Rechenzentren, Server, Netzwerke und Endgeräte, die Energie verbrauchen und dadurch – abhängig vom verwendeten Strommix – CO₂-Emissionen verursachen.
Zur Ermittlung dieser Emissionen werden häufig Cloud-APIs, Emissionsdaten von Cloud-Anbietern oder spezialisierte Berechnungsmodelle wie die ClimatePartner-Logik genutzt. Dadurch können Unternehmen den CO₂-Ausstoß ihrer digitalen Anwendungen transparent erfassen und in ihre Nachhaltigkeitsstrategie integrieren.
Normen:
ISO 14064-1 + ISO/IEC 30134
Für Rechenzentren existieren ergänzende KPI-Normen.
2. Warum ist die CO₂-Bilanz von Cloud-Software wichtig?
Mit der zunehmenden Digitalisierung steigt auch der Energiebedarf von Rechenzentren und Cloud-Diensten. Unternehmen nutzen immer mehr Software-as-a-Service-(SaaS)-Lösungen, Cloud-Speicher und digitale Plattformen.
Die Erfassung des CO₂-Fußabdrucks ermöglicht Unternehmen:
- Transparenz über digitale Emissionen
- Optimierung der IT-Infrastruktur
- Reduzierung des Energieverbrauchs
- Unterstützung der Klimastrategie
- Verbesserung der ESG-Berichterstattung
- Erfüllung regulatorischer Anforderungen
3. Ziele der CO₂-Bewertung von Cloud-Software
Die wichtigsten Ziele sind:
- Ermittlung der Emissionen digitaler Anwendungen
- Identifikation von Einsparpotenzialen
- Nachhaltige Auswahl von Cloud-Anbietern
- Verbesserung der Energieeffizienz
- Integration in den Corporate Carbon Footprint (CCF)
- Unterstützung von Dekarbonisierungsmaßnahmen
4. Quellen der CO₂-Emissionen
Der Betrieb cloudbasierter Software verursacht Emissionen in verschiedenen Bereichen.
Rechenzentren
- Serverbetrieb
- Datenspeicherung
- Kühlung
- Netzwerktechnik
Datenübertragung
- Internetverkehr
- Netzwerkkomponenten
- Datenübertragung zwischen Rechenzentren
Endgeräte
- Computer
- Notebooks
- Smartphones
- Tablets
Infrastruktur
- Backup-Systeme
- Speicherlösungen
- Virtualisierung
- Container-Plattformen
5. Datengrundlage
Für die Berechnung werden verschiedene technische und betriebliche Daten benötigt.
Nutzungsdaten
- Anzahl der Nutzer
- API-Aufrufe
- Rechenzeit (CPU)
- Speicherbedarf
- Datenvolumen
- Netzwerkverkehr
Infrastrukturdaten
- Standort der Rechenzentren
- Strommix
- Energieverbrauch
- Auslastung der Server
- Kühlung
Emissionsdaten
- Emissionsfaktoren
- Stromemissionen
- Anbieterinformationen
- Zertifizierter Ökostrom
6. Berechnung des CO₂-Fußabdrucks
Die Berechnung erfolgt typischerweise in mehreren Schritten:
- Erfassung der Ressourcennutzung (z. B. CPU-Stunden, Speicher, Netzwerkverkehr)
- Ermittlung des Energieverbrauchs
- Anwendung geeigneter Emissionsfaktoren
- Berechnung der CO₂-Emissionen in Kilogramm oder Tonnen CO₂-Äquivalent (CO₂e)
Dabei können unterschiedliche Datenquellen genutzt werden:
- Cloud-Provider-APIs
- Cloud Sustainability Dashboards
- Emissionsdatenbanken
- Berechnungsmodelle wie die ClimatePartner-Logik
7. API-basierte Emissionsberechnung
Viele Cloud-Anbieter stellen Programmierschnittstellen (APIs) zur Verfügung, über die Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten automatisiert abrufen können.
Beispiele für verfügbare Informationen:
- Energieverbrauch
- Strommix
- Regionale Emissionsfaktoren
- Serverauslastung
- Ressourcenverbrauch
- Geschätzte CO₂-Emissionen
Diese Daten können direkt in ESG- oder Carbon-Management-Systeme integriert werden.
8. ClimatePartner-Logik
Die sogenannte ClimatePartner-Logik beschreibt einen praxisorientierten Ansatz zur Berechnung von CO₂-Emissionen auf Basis anerkannter Emissionsfaktoren und standardisierter Bilanzierungsmethoden.
Der Ansatz umfasst in der Regel:
- Erfassung des Ressourcenverbrauchs
- Zuordnung geeigneter Emissionsfaktoren
- Berechnung der CO₂-Emissionen
- Dokumentation der Ergebnisse
- Ableitung von Reduktionsmaßnahmen
- Optional: Kompensation verbleibender Emissionen durch zertifizierte Klimaschutzprojekte
Dadurch können Unternehmen den CO₂-Fußabdruck ihrer digitalen Dienstleistungen nachvollziehbar und transparent darstellen.
9. Typische Kennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs)
Zur Bewertung der Nachhaltigkeit cloudbasierter Software werden häufig folgende Kennzahlen verwendet:
- Gesamte CO₂-Emissionen der Anwendung
- CO₂-Emissionen pro Nutzer
- CO₂-Emissionen pro API-Aufruf
- CO₂-Emissionen pro Transaktion
- Energieverbrauch pro Nutzer
- Energieverbrauch pro Gigabyte Daten
- Anteil erneuerbarer Energien im Rechenzentrum
- Auslastung der Cloud-Ressourcen
10. Maßnahmen zur Emissionsreduzierung
Unternehmen können den CO₂-Fußabdruck ihrer Cloud-Anwendungen durch verschiedene Maßnahmen reduzieren.
Softwareentwicklung
- Effizienter Programmcode
- Optimierte Datenbankabfragen
- Reduzierung unnötiger Berechnungen
- Datenkompression
Cloud-Infrastruktur
- Auswahl energieeffizienter Rechenzentren
- Nutzung erneuerbarer Energien
- Automatische Skalierung
- Optimierung der Serverauslastung
Betrieb
- Löschung nicht benötigter Daten
- Reduzierung des Speicherbedarfs
- Optimierung von API-Aufrufen
- Einsatz energieeffizienter Architekturen
11. Zusammenhang mit ESG und Nachhaltigkeit
Die Emissionen digitaler Anwendungen werden zunehmend Bestandteil der unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategie.
Die ermittelten Werte können genutzt werden für:
- Corporate Carbon Footprint (CCF)
- ESG-Berichterstattung
- Klimastrategien
- Dekarbonisierungsprogramme
- Nachhaltige Softwareentwicklung (Green Software)
- Umweltmanagementsysteme
12. Vorteile der CO₂-Berechnung von Cloud-Software
| Bereich | Nutzen |
|---|---|
| Unternehmen | Transparenz über digitale Emissionen |
| IT-Abteilungen | Optimierung von Infrastruktur und Ressourcen |
| Management | Grundlage für nachhaltige Investitionsentscheidungen |
| Kunden | Nachweis nachhaltiger digitaler Dienstleistungen |
| Investoren | Verbesserte ESG-Bewertung |
| Umwelt | Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen |
13. Herausforderungen
Die Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks von Cloud-Software ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden:
- Unterschiedliche Berechnungsmethoden
- Begrenzte Verfügbarkeit detaillierter Nutzungsdaten
- Unterschiedliche Emissionsfaktoren je Region
- Dynamische Cloud-Infrastrukturen
- Hohe Komplexität verteilter Systeme
- Vergleichbarkeit zwischen Cloud-Anbietern
14. Praxisbeispiel
Ein Softwareunternehmen betreibt eine cloudbasierte ERP-Lösung.
Ausgangssituation:
- Mehrere tausend Nutzer
- Hosting in europäischen Rechenzentren
- Hohe Anzahl täglicher API-Aufrufe
Umgesetzte Maßnahmen:
- Integration der Cloud-API des Hosting-Anbieters
- Automatische Erfassung von CPU-, Speicher- und Netzwerkdaten
- Berechnung der CO₂-Emissionen nach einem standardisierten Verfahren (z. B. ClimatePartner-Logik)
- Optimierung der Serverauslastung
- Nutzung eines Rechenzentrums mit erneuerbarer Stromversorgung
Ergebnis:
- Transparente Darstellung der Emissionen der Cloud-Anwendung
- Reduzierung des Energieverbrauchs durch effizientere Ressourcennutzung
- Integration der Ergebnisse in den Corporate Carbon Footprint
- Verbesserte ESG-Berichterstattung und Nachweis nachhaltiger Softwareentwicklung
15. Zusammenhang zwischen Cloud-Software und Corporate Carbon Footprint
Die CO₂-Emissionen cloudbasierter Anwendungen stellen einen Teil der indirekten Emissionen eines Unternehmens dar und können – je nach Bilanzierungsgrenze – in den Corporate Carbon Footprint einfließen. Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse digitaler Emissionen lassen sich Optimierungspotenziale identifizieren und Klimaziele wirksam unterstützen.
Der Zusammenhang lässt sich wie folgt darstellen:
Nutzung der Cloud-Software
↓
Erfassung von Ressourcen
(CPU, Speicher, Netzwerk)
↓
Abruf der Nutzungsdaten über APIs
↓
Berechnung des Energieverbrauchs
↓
Anwendung von Emissionsfaktoren
(z. B. ClimatePartner-Logik)
↓
Berechnung des CO₂-Fußabdrucks
↓
Analyse und Optimierung
↓
Integration in den Corporate Carbon Footprint
↓
ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung16. Fazit
Die CO₂-Bewertung von Cloud-Software ermöglicht Unternehmen, die Klimawirkung ihrer digitalen Anwendungen transparent zu erfassen und gezielt zu reduzieren. Mithilfe von Cloud-APIs, standardisierten Emissionsfaktoren und Berechnungsansätzen wie der ClimatePartner-Logik können Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen nachvollziehbar bestimmt werden. Die gewonnenen Daten unterstützen nachhaltige IT-Strategien, verbessern die Ressourceneffizienz und liefern wichtige Informationen für den Corporate Carbon Footprint (CCF) sowie für ESG- und Nachhaltigkeitsberichte. Damit wird die CO₂-Bilanzierung digitaler Dienstleistungen zu einem wichtigen Baustein einer zukunftsorientierten Green-IT-Strategie.
Dieses Modell berechnet den ökologischen Fussabdruck von digitalen Diensten und Cloud-Workloads (SaaS, Hosting, Cloud-SW-Nutzung) in Anlehnung an internationale Methoden (wie die ClimatePartner-Logik, den Sustainable Web Design-Ansatz und die Standards ISO 14064-1 sowie SDR / Greenhouse Gas Protocol Scope 3 Cat. 11
Die Berechnungslogik ermittelt die Treibhausgasemissionen (E_Cloud) in Kilogramm CO₂-Äquivalent (kg\ CO₂e) durch die Verknüpfung von Rechenleistung, Datenübertragung und den länderspezifischen Stromnetz-Emissionsfaktoren.
Zertifikat A - Global Enterprise Governance Excellence
Grossunternehmen müssen ihre genutzten Cloud-Ressourcen detailliert aufteilen. Das Modell unterscheidet zwischen reiner Rechenleistung (vCPU-Stunden) und dem globalen Datenverkehr (Traffic).
Messbare Merkmale (Eingangsdaten):
C_Compute:
Gesamte genutzte Rechenleistung in vCPU-Stunden (vCPU x h)C_Traffic:
Gesamtes übertragenes Datenvolumen in Gigabyte (GB)EF_Grid:
Strommix-Emissionsfaktor des Rechenzentrums-Standorts (z.B. EU-Schnitt: 0.35, CH-Mix: 0.128, Green-DC: 0.01kg CO₂e/kWh)
Berechnungsformel:
Gültige ISO-Normen:
- ClimatePartner-Logi
- Sustainable Web Design-Ansatz
- ISO 14064-1
- SDR / Greenhouse Gas Protocol Scope 3 Cat. 11
Zertifikat B - Smart Business Operational Excellence
Für KMU wird die Bilanzierung über eine vereinfachte Software-Nutzungsmetrik abgebildet (z. B. Anzahl der API-Aufrufe / Requests oder aktive Software-Lizenzen), basierend auf Durchschnittswerten pro Cloud-Transaktion.
Messbare Merkmale (Eingangsdaten):
K_Requests:
Anzahl der jährlichen API-Aufrufe oder Server-Transaktionen (Anzahl)K_Users:
Anzahl der aktiven Software-User / Lizenzen (Anzahl)
Berechnungsformel:
Programm:
CTP Cloud SW & IT-Infrastruktur Zertifikatberechnung
CarbonTechPerformance Validierungstool für digitale Emissionen & SaaS-Workloads
a) Eingangsdaten: Zertifikat B (KMU - API & Lizenzen)
a) Eingangsdaten: Zertifikat A (Grossunternehmen - Cloud Data Center Telemetrie)
c) Resultat: Digital Carbon Footprint erfolgreich berechnet
Zugeordnet zu Scope 3 (Kategorie 11 / Eingekaufte Dienstleistungen)
Technischer Prüfbericht der IT-Infrastruktur
| Infrastruktur-Treiber / Metrik | Menge / Input | Energieverbrauch / Faktor | Ergebnis (kg CO₂e) |
|---|
d) Sauberer Datenextrakt für Export (Zertifikaterstellung)
Archiv
Messbare Merkmale (Eingangsdaten)
M1 (SaaS-Nutzung):
Cloud-Server-Auslastung oder Datenvolumen (in GB oder Rechenstunden), falls die Software selbst zertifiziert wird.M2 (ERP-Schnittstelle):
Automatisierter Import von Buchungszeilen (z.B. Hotelübernachtungen, Taxiquittungen, Stromrechnungen in CHF).
Berechnungsformel (SaaS/Cloud-Ebene)
(PUE = Power Usage Effectiveness des Rechenzentrums, idealerweise nahe bei 1.0).
Hinweis zu den Berechnungsmodellen (Disklaimer):
Die auf dieser Seite dargestellten Formeln dienen der schematischen Veranschaulichung unseres Kalkulationsmodells. Zum Schutz unseres proprietären Algorithmus und des geistigen Eigentums sind die zugrundeliegenden komplexen Datenstrukturen und BAFU-Emissionskoeffizienten im Hintergrund unserer gesicherten Software hinterlegt. Unsere Berechnungen erfolgen im System zu 100% normkonform nach dem GHG Protocol.
Cloud SW & API-Zertifizierungs-Simulator
📊 CTP GmbH - Cloud SW & API-Zertifizierungs-Simulator
Simulieren Sie die automatisierte CO2-Berechnung über API-Schnittstellen für Cloud-Dienste (SaaS) und ERP-Buchhaltungssysteme.
💡 Simulation von via API ausgelesenen Buchungszeilen aus Systemen wie Bexio, Abacus oder SAP.