Z12 – EU-Taxonomie Alignment (CSRD Zusatz)

EU-Taxonomie Alignment (CSRD Zusatz)

Berechnet und zertifiziert den Anteil der Wirtschaftsaktivitäten eines Unternehmens, die als ökologisch nachhaltig im Sinne der EU-Taxonomie eingestuft werden (Nachweis der Taxonomie-Konformität für Berichterstattung und Green Finance).

1. Definition der EU-Taxonomie

Die EU-Taxonomie ist ein von der Europäischen Union entwickeltes Klassifizierungssystem, das festlegt, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig gelten. Sie schafft einheitliche Kriterien für Unternehmen, Investoren und Finanzinstitute und soll Greenwashing verhindern sowie nachhaltige Investitionen fördern.

Das EU-Taxonomie Alignment beschreibt den Grad, in dem die wirtschaftlichen Aktivitäten eines Unternehmens die Anforderungen der EU-Taxonomie erfüllen. Unternehmen müssen dabei nachweisen, welcher Anteil ihrer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben als taxonomiekonform eingestuft werden kann.

Die Berichterstattung zur EU-Taxonomie ist eng mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verbunden und ergänzt die allgemeine Nachhaltigkeitsberichterstattung um konkrete Kennzahlen zur ökologischen Nachhaltigkeit.

Normen:
Keine ISO
Grundlage ist die EU-Taxonomie-Verordnung.


2. Warum ist die EU-Taxonomie wichtig?

Die Europäische Union verfolgt das Ziel, Kapital gezielt in nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten zu lenken und den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu beschleunigen.

Die EU-Taxonomie sorgt für:

  • Einheitliche Definition nachhaltiger Wirtschaftstätigkeiten
  • Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen
  • Mehr Transparenz für Investoren
  • Vermeidung von Greenwashing
  • Förderung nachhaltiger Investitionen
  • Unterstützung der europäischen Klimaziele

3. Ziele der EU-Taxonomie

Die wichtigsten Ziele sind:

  • Förderung nachhaltiger Investitionen
  • Unterstützung des europäischen Green Deals
  • Verbesserung der Nachhaltigkeitstransparenz
  • Schaffung einheitlicher Bewertungsmaßstäbe
  • Unterstützung der Dekarbonisierung
  • Stärkung nachhaltiger Finanzmärkte

4. Die sechs Umweltziele der EU-Taxonomie

Eine wirtschaftliche Tätigkeit kann nur dann als nachhaltig gelten, wenn sie wesentlich zu mindestens einem Umweltziel beiträgt und die übrigen Umweltziele nicht erheblich beeinträchtigt.

Die sechs Umweltziele sind:

  1. Klimaschutz
  2. Anpassung an den Klimawandel
  3. Nachhaltige Nutzung und Schutz von Wasser- und Meeresressourcen
  4. Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft
  5. Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung
  6. Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und der Ökosysteme

5. Voraussetzungen für Taxonomie-Alignment

Eine wirtschaftliche Tätigkeit gilt als taxonomiekonform (aligned), wenn sie vier wesentliche Voraussetzungen erfüllt.

1. Wesentlicher Beitrag (Substantial Contribution)

Die Tätigkeit leistet einen erheblichen Beitrag zu mindestens einem der sechs Umweltziele.


2. Keine erhebliche Beeinträchtigung (Do No Significant Harm – DNSH)

Die Tätigkeit darf keines der übrigen Umweltziele wesentlich beeinträchtigen.


3. Einhaltung sozialer Mindeststandards

Das Unternehmen muss grundlegende internationale Sozial- und Menschenrechtsstandards einhalten.

Beispiele:

  • Arbeitsrechte
  • Menschenrechte
  • Antikorruptionsmaßnahmen
  • Internationale Leitlinien für verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln

4. Erfüllung der technischen Bewertungskriterien

Für jede wirtschaftliche Tätigkeit existieren detaillierte technische Kriterien, die erfüllt werden müssen.


6. Taxonomie-Fähigkeit und Taxonomie-Konformität

Es wird zwischen zwei Begriffen unterschieden:

Taxonomie-fähig (Eligible)

Die wirtschaftliche Tätigkeit ist grundsätzlich von der EU-Taxonomie erfasst.


Taxonomie-konform (Aligned)

Zusätzlich erfüllt die Tätigkeit alle technischen, ökologischen und sozialen Anforderungen der EU-Taxonomie.


7. Kennzahlen des EU-Taxonomie-Alignments

Unternehmen berichten drei zentrale Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs).

Umsatz (Turnover KPI)

Anteil des Umsatzes aus taxonomiekonformen Tätigkeiten.


Investitionsausgaben (CapEx KPI)

Anteil der Investitionen in nachhaltige Anlagen, Maschinen oder Projekte.


Betriebsausgaben (OpEx KPI)

Anteil der laufenden Betriebsausgaben für nachhaltige Tätigkeiten.


8. Ablauf der Taxonomie-Bewertung

Ein typischer Bewertungsprozess umfasst folgende Schritte:

1. Identifikation der wirtschaftlichen Tätigkeiten

Alle relevanten Geschäftsaktivitäten werden erfasst.


2. Prüfung der Taxonomie-Fähigkeit

Es wird geprüft, ob die Tätigkeit im Anwendungsbereich der EU-Taxonomie liegt.


3. Prüfung der technischen Kriterien

Die technischen Anforderungen werden bewertet.


4. DNSH-Prüfung

Es wird überprüft, ob keine erheblichen negativen Auswirkungen auf andere Umweltziele bestehen.


5. Prüfung der sozialen Mindeststandards

Nachweis der Einhaltung internationaler Sozial- und Menschenrechtsstandards.


6. Berechnung der KPIs

Ermittlung der taxonomiekonformen Anteile von:

  • Umsatz
  • CapEx
  • OpEx

7. Berichterstattung

Veröffentlichung der Ergebnisse im Nachhaltigkeitsbericht gemäß CSRD.


9. Zusammenhang mit der CSRD

Die CSRD verpflichtet viele Unternehmen zur umfassenden Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Die EU-Taxonomie ergänzt diese Berichterstattung um standardisierte Angaben darüber,

  • welche wirtschaftlichen Tätigkeiten nachhaltig sind,
  • wie hoch der Anteil nachhaltiger Umsätze ist,
  • wie nachhaltig Investitionen und Betriebsausgaben sind.

Dadurch erhalten Investoren und andere Stakeholder eine objektive Grundlage zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit eines Unternehmens.


10. Vorteile des EU-Taxonomie-Alignments

BereichNutzen
UnternehmenHöhere Transparenz und bessere Finanzierungsmöglichkeiten
InvestorenVergleichbare Nachhaltigkeitsinformationen
BankenVerbesserte Risikobewertung
KundenHöheres Vertrauen in nachhaltige Produkte
BehördenEinheitliche Nachhaltigkeitsbewertung
UmweltFörderung nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten

11. Herausforderungen

Die Umsetzung des EU-Taxonomie-Alignments bringt verschiedene Herausforderungen mit sich:

  • Komplexe technische Bewertungskriterien
  • Hoher Daten- und Dokumentationsaufwand
  • Ermittlung geeigneter Nachhaltigkeitskennzahlen
  • Anpassung bestehender IT- und Berichtssysteme
  • Regelmäßige Aktualisierung aufgrund neuer EU-Vorgaben
  • Zusammenarbeit verschiedener Unternehmensbereiche (Finanzen, Nachhaltigkeit, Technik und Compliance)

12. Praxisbeispiel

Ein Unternehmen produziert energieeffiziente Wärmepumpen.

Ausgangssituation:

  • Produktion energieeffizienter Heizsysteme
  • Investitionen in moderne Fertigungsanlagen
  • Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD

Bewertung:

  • Die Produktion von Wärmepumpen ist grundsätzlich taxonomie-fähig.
  • Das Unternehmen prüft die technischen Bewertungskriterien.
  • Die DNSH-Anforderungen werden erfüllt.
  • Internationale Sozialstandards werden eingehalten.

Ergebnis:

  • Ein erheblicher Teil des Umsatzes wird als taxonomiekonform ausgewiesen.
  • Investitionen in energieeffiziente Produktionsanlagen erhöhen den CapEx-KPI.
  • Die Angaben werden im CSRD-Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.

13. Zusammenhang zwischen EU-Taxonomie und CSRD

Die CSRD definiert den Rahmen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die EU-Taxonomie liefert innerhalb dieses Rahmens die Kriterien zur Bewertung ökologisch nachhaltiger wirtschaftlicher Tätigkeiten.

Der Zusammenhang lässt sich wie folgt darstellen: 

Unternehmensaktivitäten

Identifikation wirtschaftlicher Tätigkeiten

Prüfung der Taxonomie-Fähigkeit

Technische Bewertungskriterien

DNSH-Prüfung

Soziale Mindeststandards

Taxonomie-Alignment

Berechnung der KPIs
(Umsatz • CapEx • OpEx)

Berichterstattung nach CSRD

Transparenz für Investoren und Stakeholder
 

Fazit

Das EU-Taxonomie Alignment ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Nachhaltigkeitsregulierung und ergänzt die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der CSRD. Unternehmen bewerten dabei, inwieweit ihre wirtschaftlichen Tätigkeiten die Anforderungen der EU-Taxonomie erfüllen und berichten den Anteil taxonomiekonformer Umsätze, Investitionen und Betriebsausgaben. Dadurch werden nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten transparent, Investitionsentscheidungen erleichtert und die Transformation zu einer klimaneutralen und ressourcenschonenden Wirtschaft unterstützt.

Z12 - EU-Taxonomie Alignment (CSRD Zusatz)

Dieses finale Modell bewertet den Grad der Konformität der Wirtschaftsaktivitäten eines Unternehmens mit den strengen Kriterien der EU-Taxonomie-Verordnung (Regulation (EU) 2020/852), aufgeteilt nach den geforderten finanziellen Kennzahlen: Umsatzerlöse (Turnover), Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx)

Das Berechnungsmodell ermittelt das exakte prozentuale Alignment der KPIs und berechnet einen gewichteten Gesamt-Taxonomie-Konformitätsgrad.

Zertifikat A - Global Enterprise Governance Excellence

Grossunternehmen müssen ihre Finanzströme exakt aufteilen und nachweisen, dass die Aktivitäten einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem Umweltziel leisten (Substantial Contribution) und gleichzeitig keinem anderen Umweltziel signifikant schaden (Do No Significant Harm – DNSH), sowie den Mindestschutz (Minimum Safeguards) einhalten.

Messbare Merkmale (Eingangsdaten):

  • T_Total / T_Aligned:
    Gesamtumsatz vs. Taxonomie-konformer Umsatz

  • C_Total / C_Aligned:
    Gesamter CapEx vs. Taxonomie-konformer CapEx

  • O_Total / O_Aligned:
    Gesamter OpEx vs. Taxonomie-konformer OpEx

Berechnungsformel:

(Bestehensschwelle für Zertifikat A: >= 40% gewichtetes Gesamt-Alignment oder >=50% CapEx-Alignment für zukunftsorientierte Transformationen).

Zertifikat B - Smart Business Operational Excellence

Für KMU (z. B. für Banken-Kreditanfragen oder als Zulieferer) wird ein vereinfachtes Screening angewendet, das sich direkt auf den prozentualen Konformitätsgrad schätzbarer Kerninvestitionen stützt, um den administrativen Aufwand gering zu halten.

Messbare Merkmale (Eingangsdaten):

  • P_Turnover:
    Geschätzter grüner Umsatzanteil (0 bis 100%)

  • P_CapEx:
    Grüner Investitionsanteil, z.B. Gebäudeenergetisierung, Fuhrpark (0 bis 100%)

Berechnungsformel:

Programm:

CarbonTechPerformance - EU-Taxonomie Alignment Rechner (Z12)

CTP EU-Taxonomie Alignment Zertifikatberechnung

CarbonTechPerformance Validierungstool für nachhaltige Finanzströme (Regulation (EU) 2020/852)

a) Eingangsdaten: Zertifikat B (KMU - Prozentuale Schätzwerte)

Grüner Anteil der Aktivitäten (0 bis 100 %)

a) Eingangsdaten: Zertifikat A (Grossunternehmen - Finanzkennzahlen)

Absolute Finanzströme (Umsatz, CapEx, OpEx)

c) Resultat

0.0 %

Geprüftes EU-Taxonomie Alignment

Taxonomischer Prüfbericht

Finanzkennzahl (KPI) Nenner (Total) Zähler (Aligned) Alignment-Grad

d) Sauberer Datenextrakt für Export (Zertifikaterstellung)

Wird generiert...

Archiv

Messbare Merkmale (Eingangsdaten)

  • M1 (Taxonomie-Fähigkeit – Taxonomy Eligibility):
    Identifikation und Zuordnung der unternehmenseigenen Wirtschaftsaktivitäten zu den im EU-Klassifizierungssystem gelisteten Sektoren (Zuordnung anhand von NACE-Codes).

  • M2 (Substanzieller Beitrag – Substantial Contribution):
    Prüfung der technischen Bewertungskriterien (TSC), ob die jeweilige Aktivität einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem der 6 EU-Umweltziele leistet (z. B. Klimaschutz oder Kreislaufwirtschaft).

  • M3 (Vermeidung erheblicher Beeinträchtigungen – DNSH):
    Nachweis der „Do No Significant Harm“-Kriterien, um sicherzustellen, dass die Aktivität keines der anderen 5 EU-Umweltziele negativ beeinflusst.

  • M4 (Mindestschutz – Minimum Safeguards & KPIs):
    Einhaltung von globalen Menschenrechts- und Arbeitsstandards (z. B. OECD-Leitlinien) sowie Ermittlung des prozentualen Anteils an Umsatz (Turnover), Investitionsausgaben (CapEx) und Betriebsausgaben (OpEx), die taxonomy-aligned sind.

Berechnungsformel (CO₂-Intensitätsfaktor)

Der finale Taxonomie-Konformitätsgrad wird separat für die drei Finanzkennzahlen (KPIs) ermittelt. Exemplarisch für den Investitionsanteil (A_CapEx) gilt:

Dabei gilt:

  • CapEx_konform:
    Investitionsausgaben für Aktivitäten, die M1, M2, M3 und M4 vollständig und nachweislich erfüllen.

  • CapEx_Gesamt:
    Die gesamten Investitionsausgaben des Unternehmens im jeweiligen Geschäftsjahr gemäß Finanzbilanz.

  • Hinweis: Analog wird die Formel für den Umsatz (A_Umsatz) und die Betriebskosten (A_OpEx) angewendet.

Tipps für die visuelle Umsetzung:

  • Farbkodierung:
    Für die EU-Taxonomie eignet sich hervorragend ein kräftiges Smaragdgrün oder ein sattes Gelb/Gold (das oft in Reports verwendet wird, um den „Goldstandard“ der Nachhaltigkeit zu symbolisieren).

  • Kennzahlen-Hinweis:
    Da am Ende immer drei Prozentwerte herauskommen, macht es sich optisch gut, am Seitenrand drei Platzhalter-Kacheln für die Pflichtangaben zu zeigen: % Umsatz | % CapEx | % OpEx.

Hinweis zu den Berechnungsmodellen (Disklaimer):
Die auf dieser Seite dargestellten Formeln dienen der schematischen Veranschaulichung unseres Kalkulationsmodells. Zum Schutz unseres proprietären Algorithmus und des geistigen Eigentums sind die zugrundeliegenden komplexen Datenstrukturen und BAFU-Emissionskoeffizienten im Hintergrund unserer gesicherten Software hinterlegt. Unsere Berechnungen erfolgen im System zu 100% normkonform nach dem GHG Protocol.


EU-Taxonomie Alignment (CSRD Zusatz)

📊 CTP GmbH - EU-Taxonomie Alignment Simulator (CSRD Zusatz)

Berechnen und zertifizieren Sie den konformen Anteil Ihrer Wirtschaftsaktivitäten gemäss den Kriterien der EU-Taxonomie (Turnover, CapEx, OpEx).

📋 Regulatorische Vorprüfung (Kriterien nach image_0ce81b.jpg)
💰 Finanzdaten erfassen (Gesamt vs. Konform)
Links: Gesamtes CapEx laut Bilanz | Rechts: Davon nachweislich konformer Anteil ($M1$ bis $M4$ erfüllt).

📋 Pflichtangaben (KPIs)

% Umsatz (Turnover) 25.0%
% CapEx (Investitionen) 37.5%
% OpEx (Betriebskosten) 25.0%